Lange war es still um mich. Ich habe mit meinem Blog-Comeback auf eine Breaking News gewartet. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage sie ist ausgeblieben. Was im ersten Moment so wunderbar unspektakulär klingt, liegt vor allem daran, dass Teneriffa so etwas wie meine zweite Heimat geworden ist. Alles hier fühlt sich sehr vertraut an. Ich habe mich vor langer Zeit in diese Insel, die Menschen und das Leben hier verliebt. Und was soll ich sagen: Bisher sollte diese Liebe nicht abebben, auch wenn unser verflixtes siebtes Jahr noch aussteht.

TOI TOI TOI

Apropos Liebe: Es hat nur ein paar Tage gedauert, ehe ich meinen ersten Crush auf der Insel getroffen habe. Oder wie man das auch immer sagt. Auch wenn daraus in diesem Fall sehr sicher nicht mehr erwachsen wird, fand ich es schön dieses Crushgefühl mal wieder zu spüren. Zeigt es doch deutlich, dass dort wo viele einen großen Brocken aus Stein vermuten, mitunter doch auch ein Herz höher schlagen kann. Auch wenn sich dieses „Schmetterlings-Gefühl“ zugegebenermaßen nur sehr selten einstellt. Eine Ex-Freundin von mir hat mir mal folgendes mit auf den Weg gegeben:

„Ich weiß, dass du mich liebst. Aber auf deine Art und Weise.“

Und das beschreibt meinen Umgang mit Gefühlen in jeglicher Hinsicht wohl ganz gut. Wo andere sich den Kopf darüber zermartern, welche der Love Languages sie denn nun am ehesten sprechen, kommt mir vieles davon meistens eher spanisch vor.

Und damit kommen wir zu meinen Spanisch-Fortschritten. Brillante Überleitung, no? Zusammengefasst: Ich komme nicht voran wie ich will. Ich merke, dass ich immer mehr verstehe und lesen kann. Aber sprechen? An eine spontane Unterhaltung ist kaum zu denken, auch wenn meine gute Freundin und Spanischlehrerin Rebeca allen erzählt, sie sollten mit mir am besten spanisch sprechen. Entweder hat sie wirklich so viel Vertrauen in mich oder überschätzt ihre Skills als Spanischlehrerin bei weitem. Letzteres ist nicht böse gemeint. Im Gegenteil, sie ist die beste und geduldigste Spanischlehrerin, die ich hätte finden können. Aber um mein Level besser einordnen zu können: wir haben letztens Peppa Pig auf spanisch geschaut und während ich das hier schreibe, lausche ich einer Playlist mit spanischen Songs auf Dauerschleife. In Präsenz. Vergangenheit kann ich nämlich noch nicht…

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Ein weiterer Grund, wieso es ruhig um mich war, war sicher mein Energielevel. Während sich Südafrika irgendwie beflügelnd angefühlt hat, hatte ich in Marokko irgendwie das gegenteilige Gefühl. Die fehlende Sprache und das krampfhafte Entfliehen aus Marrakesch haben mich irgendwie müde gemacht. Erschwerend hinzu kam sicher, dass ich zwei schwache Monate hatte, in denen ich wieder geraucht habe. Fühlte es sich in Südafrika irgendwie noch so leicht an, mal ne Ziggi zum Bier zu rauchen, merkte ich in Marokko schnell, wie der Glimmstengel mich und meinen Tagesrhythmus wieder im Griff hatte. Und obwohl sich schnell wieder all die Nebenwirkungen und dieses ungeliebte Gefühl der Fremdbestimmtheit eingestellt hatten (wir Wassermänner hassen laut Sternzeichenbeschreibung Fremdbestimmung), scheiterte jeder Versuch aufzuhören an der Sucht, so wie es vor meinem Ausstieg vor knapp 2,5 Jahren schon so oft der Fall gewesen war.

Einmal Junkie, immer Junkie. 

Seit einem Monat, und damit meiner Ankunft auf Teneriffa, bin ich nun wieder „clean“, ohne auch nur einmal ans Rauchen gedacht zu haben. Ich spüre wie sich mein Akku wieder aufgefüllt hat und sämtliche Nebenwirkungen sich langsam davon schleichen.

An alle, die sich Sorgen gemacht haben: Es geht mir gut. Sehr gut sogar. Ich freue mich auf meinen zweiten Inselmonat und werde hier davon berichten, ehe ich zu neuen Abenteuern aufbreche…